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Personenanhänger bei RegioBus | Meldung vom 27.02.2012

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VLN-Gesellschafter mit neuem Gespann auf ganzer Linie



Die RegioBus Hannover GmbH setzt seit dem 23. Januar erstmalig einen Personenanhänger im regulären Linienverkehr ein. Das Gespann, bestehend aus einem 12 Meter langen Bus und einem ca. 10 Meter langen Anhänger, wird zunächst in den Bereichen Neustadt, Lutter und Schneeren eingesetzt und ist einmalig in der Region Hannover.

Das Gespann bietet Platz für insgesamt 180 Fahrgäste (rd. 85 im Bus und etwa 95 im Anhänger) und liegt damit über der Kapazität von zwei herkömmlichen Solobussen und ebenfalls über dem Platzangebot eines Gelenkbusses mit ca. 120 bis 130 Plätzen.

Effizient und durchdacht sind auch Technik und Ausstattung des Gespanns: Wie der Rest der RegioBus-Flotte, ist es mit Niederflurtechnik ausgestattet und erleichtert somit besonders Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Einstieg. Bus und Anhänger verfügen zudem auch über eine Rampe. Das Zugfahrzeug liegt mit einer Leistung von 360 PS etwas über dem eines Solofahrzeuges (310-320 PS). Über Kameras und einen Bildschirm am Fahrerplatz kann das Geschehen im Anhänger vom Zugfahrzeug aus mitverfolgt werden. Per Sprechtaste haben die Fahrgäste die Möglichkeit, Kontakt zum Fahrer aufzunehmen. Am Anhänger befinden sich auf beiden Außenseiten ebenfalls Kameras, damit der Fahrer auch beim Einknicken des Anhängers den Überblick behält. Die Anschaffungskosten für den Anhänger liegen bei etwa 180.000 Euro, der Bus kostet rd. 280.000 Euro und liegt damit etwas über den Kosten für einen Solobus.

Personenanhänger im Busverkehr gab es bis in die 50er Jahre auf Deutschlands Straßen. Seit 2003 erlebt der Personenanhänger eine Renaissance im Bundesgebiet. Inzwischen sind rund 50 Gespanne hierzulande im Einsatz. Die RegioBus hat Mitte 2010 einen ersten Test mit einem Personenanhänger durchgeführt und dabei gute Erfahrungen gemacht. Neben der Einsetzbarkeit war auch die Reaktion der Fahrgäste durchweg positiv.

„Wir erhoffen uns an vielen Stellen positive Effekte für unser Unternehmen“, erklärt RegioBus-Geschäftsführer Georg Martensen. So könnten beispielsweise Kapazitätsengpässe im Schülerverkehr besser aufgefangen werden. In Zeiten geringerer Nachfrage wird der Anhänger abgekoppelt und das Zugfahrzeug ist alleine im Einsatz. „Bewährt sich der Personenanhänger mittel- bis langfristig, sind Einsparungen bei Investitionen im Fuhrpark möglich. Unser Personal kann effektiver eingesetzt und der Kraftstoffverbrauch reduziert werden, was nebenbei zu einer Verbesserung der Öko-Bilanz führt“, betont Martensen.